Frühkindliche Sprachförderung

für Familien mit Migrationshintergrund

Das Konzept

Känguru ist ein Sprachförderprogramm für Kinder mit Migrationshintergrund im Alter von 18 - 36 Monaten. Die Kinder greifen auf einen Erwerbsmechanismus zurück, der den Erwerb der Sprache als Muttersprache ermöglicht. Durch den frühen Beginn wird die Phase des intuitiven Lernens genutzt. Direkt unterstützen die Eltern ihre Kinder im Erwerb der ersten Muttersprache/n, der/den Familiensprache/n, indem sie in der Muttersprache mit den Kindern sprechen.

Die Muttersprachkompetenzen der Familie werden wertgeschätzt und unterstützt. Deutschkenntnisse der Eltern müssen nicht vorhanden sein.

Dem Kind wird ein qualifizierter, systematisch-strukturierter, sprachlicher Input geboten, der es ihm ermöglicht, die Regeln der deutschen Wort- und Satzbildung zu erlernen.

Parallel werden die teilnehmende Eltern oder Bezugspersonen angeleitet, ihre Kinder in diesem Lernprozess aktiv zu unterstützen. Es wird ihnen Wissen über den normalen, schrittweisen Spracherwerb vermittelt und sie lernen das Anwenden zahlreicher sprachfördernder Verhaltensweisen. Darüber hinaus erfahren sie, wie sie den bilingualen Spracherwerb positiv beeinflussen können. Das eigene Interesse der Eltern an der deutschen Sprache übernimmt dabei eine wichtige Vorbildfunktion für die Kinder.

Besonders effektiv ist die Durchführung des Förderprogramms vor der Aufnahme in den Kindergarten. So haben die Kinder die Chance, mit dem Eintritt in den Kindergarten die Umgebungssprache Deutsch nicht als fremd zu erleben. 

Durch die positiven Erfahrungen in der Gruppe wird ihr Selbstbewusstsein gestärkt, so dass sie sich später leichter als Mitglied der deutsch-sprechenden Kinder erleben und sich leichter sozialisieren. Die Kinder können von Beginn an, am Bildungsangebot der Kita teilhaben und davon profitieren.

In diesem Alter erlernen die Kinder die Sprache intuitiv, sie sind sehr leicht zu motivieren und das Programm verlangt ihnen nicht mehr ab, als sie unter optimalen Inputbedingungen aufgrund ihrer natürlichen Lernfähigkeit selbständig zu leisten imstande wären. Auf Grund der hohen Flexibilität des kindlichen Gehirns in dieser Phase können sie eine Sprache als weitere Muttersprache/Erstsprache auf einem sehr hohen Sprachniveau erlernen.

Das Programm wird von ausgebildeten Fachkräften über einen Zeitraum von sechs Monaten angeboten. Es finden 32 Fördereinheiten an jeweils ein bis zwei Terminen pro Woche für 4 - 6 Kinder mit Eltern statt.

Die Ausbildung der Fachkräfte erfolgt durch den „Känguru Verein für frühkindliche Bildung“ e.V. Voraussetzung ist die Ausbildung zur Erzieherin mit Erfahrungen in der Sprachförderung und/oder die Qualifikation als Logopädin, Sprachheilpädagogin oder vergleichbaren Studienabschlüssen.

Der Kurs wird in lokal etablierten und akzeptierten Einrichtungen durchgeführt, da die Kinder mit Migrationshintergrund in Deutschland in diesem Alter meist nicht institutionell betreut werden. Dies sind Familienzentren, Kindertageseinrichtungen, kommunale Einrichtungen wie „internationale Begegnungsstätten“, Einrichtungen der Caritas oder der Diakonie, interkulturelle Begegnungszentren und andere Einrichtungen, in denen sich Familien mit Migrationshintergrund treffen.